H.A.P.P.Y.-Projekt

Kurz gesagt ist das H.A.P.P.Y.-Projekt eine Methode, mit der jede Autistin und jeder Autist mehr Lebensqualität und Zufriedenheit errei­chen kann.

Das grund­le­gen­de H.A.P.P.Y.-Programm nach Dr. Peter Vermeulen basiert auf den all­ge­mein bewähr­ten Erkenntnissen der posi­ti­ven Psychologie (Glücksforschung), ver­bun­den mit den spe­zi­el­len Anforderungen autis­ti­scher Denkweisen. Dies bedeu­tet kon­kret, indi­vi­du­ell und offen für unkon­ven­tio­nel­le Lösungen zu sein.

Meine Hauptaufgabe bei einem H.A.P.P.Y.-Projekt ist das Zuhören (das geht auch, wenn ich einen aus­ge­füll­ten Fragebogen lese) und das Erarbeiten von Vorschlägen zur Steigerung der Zufriedenheit auf­grund des Gehörten. Deshalb ist kein fer­ti­ger H.A.P.P.Y.-Plan wie der ande­re, aber es kön­nen in ihnen ähn­li­che Vorschläge auf­tau­chen. Auch wer­den in allen Plänen die­sel­ben 10 Aktivitätsbereiche behan­delt, jedoch die Schwerpunkte immer indi­vi­du­ell gesetzt.

Unsere Zusammenarbeit erfolgt in den meis­ten Fällen per Video-Anruf (Skype, Zoom …), Telefon oder im Einzelfall in häus­li­cher Umgebung (Nord-Ost-Niedersachsen).

Es besteht auch die Möglichkeit, H.A.P.P.Y‑Pläne in Gruppen zu erarbeiten.

Wie wird ein H.A.P.P.Y.-Projekt für eine Person durchgeführt?

Je nach Alter der autis­ti­schen Person gibt es zwei ver­schie­de­ne Vorgehensweisen: eine für Kinder und eine für Jugendliche bzw. Erwachsene.

Für Kinder zwi­schen 4 und 12 Jahren fül­len die Eltern / Erziehungsberechtigten die Fragebögen aus. Jugendliche und Erwachsene erhal­ten einen Fragebogen zum Selbstausfüllen. Bei Minderjährigen beant­wor­ten die Eltern eben­falls einen Fragebogen. Volljährige Personen ent­schei­den, ob und wie sie Eltern oder eine ande­re Vertrauensperson mit ein­be­zie­hen möch­ten. Generell rate ich dazu, 1 oder 2 enge Vertraute zu beteiligen.

Mit den Informationen aus den Fragebögen erar­bei­te ich Vorschläge zu 10 Aktivitätsbereiche, wel­che wir dann gemein­sam bespre­chen.  Die Aktivitätsbereiche umfas­sen Themen wie z. B. Bewegung, Entspannung, Resilienz oder Problemlösungsstrategien. Dieses Vorgehen stellt das Basis-Paket dar (sie­he Leistungen und Preise). Im Standard-Paket ist zusätz­lich ein Arbeitsbuch ent­hal­ten, wel­ches neben den Vorschlägen einen all­ge­mei­nen (psy­cho-edu­ka­ti­ven) Teil über Wohlbefinden und Glücklichsein ent­hält. Je nach Bedarf auch in alters­ge­rech­ter oder leich­ter Sprache geschrieben.

Im Premium-Paket tref­fen wir uns  nach ca. 4 Wochen zu einem wei­te­ren Video-Anruf und spre­chen über die Umsetzung des H.A.P.P.Y.-Plans. Erfahrungsgemäß haben eini­ge Vorschläge gut funk­tio­niert und sind bereits in den Alltag über­nom­men wor­den. Es wird aber auch immer Bereiche geben, in denen noch wenig Fortschritt erzielt wer­den konn­te. Wir erar­bei­ten dann gemein­sam neue Vorschläge für die­se Bereiche und spre­chen über Strategien die­se umzusetzen.

Nach 6 Monaten erfolgt das Abschlussgespräch. Wir spre­chen wie­der über die Fortschritte und not­wen­di­ge Anpassungen. Darüber hin­aus fra­ge ich nach Ihren / dei­nen Erfahrungen mit dem H.A.P.P.Y.-Programm. Diese Rückmeldung fließt anony­mi­siert, also ohne Namen und per­sön­li­che Informationen, an Dr. Vermeulen zurück und dient der Weiterentwicklung des Programms.

Werden spä­ter noch wei­te­re Gespräche gewünscht wer­den, ist eine Buchung jeder­zeit möglich.

Wie funktioniert eine H.A.P.P.Y.-Plan- Gruppe?

In eini­gen Ländern arbei­ten Jugendliche und Erwachsene bereits erfolg­reich in Gruppen an ihren H.A.P.P.Y.-Plänen. Unter der Leitung eines H.A.P.P.Y.-Coaches fin­den regel­mä­ßi­ge Treffen statt, in denen jeweils einer der 10 Bereiche Thema ist. Das Besondere an die­ser Vorgehensweise ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich gegen­sei­tig mit Vorschlägen für mehr Lebensqualität unterstützen.

Dieses Vorgehen kann eben­so mit einer Gruppe von Eltern autis­ti­scher Kinder funk­tio­nie­ren. Alle Teilnehmenden arbei­tet an dem indi­vi­du­el­len Plan für das eige­ne Kind und pro­fi­tie­ren dabei von dem Wissen und den Erfahrungen der gan­zen Gruppe.

Die Leitung die­ser Gruppen bie­te ich in Lüneburg und Umgebung eben­falls an.

Quelle: Jacqueline Munguia / unsplash